BUND Kreisgruppe Duisburg

Stadtbäume in der Klimakrise

13. August 2020

BUND Duisburg befürchtet Dominoeffekt beim Baumsterben

Duisburgs Durstbäume  (K.C.)

Anlässlich der akuten Bedrohung von Stadtbäumen durch den Klimawandel fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Stadt Duisburg auf, sich stärker für den Erhalt des Baumbestandes einzusetzen. „Das dritte trockene Jahr in Folge droht die Allee-, Straßen- und Parkbäume langfristig zu schädigen“, warnt Kerstin Ciesla, Vorsitzende des BUND Duisburg. Straßenbäume haben oftmals eine verkürzte Lebenserwartung, vielerorts werden Bäume für Neubau- und Verkehrsprojekte gefällt, mahnt der BUND Duisburg.

Die Baumpflege muss an die Erfordernisse des Klimawandels angepasst und ökologisch ausgerichtet werden. Neue Bauvorhaben müssen flächenschonend geplant und realisiert werden. „Bäume bringen die Natur in unsere Stadt und machen das Leben in unseren Stadteilen lebenswert. Alte Bäume bieten Tieren wichtige Lebensräume, die in der freien Landschaft schon lange verloren gegangen sind“, sagt Ciesla. Der Schatten großer Bäume verhindert zudem, dass sich Asphalt und Beton während zunehmender Hitzeperioden noch stärker aufheizen.

Doch die Bäume leiden unter der zunehmenden Trockenheit und drohen als städtische Klimaanlage verloren zu gehen. „Wenn wir unsere Bäume nicht besser schützen, werden wir einen Dominoeffekt an Baumsterben erleben. Ein alter Baum hat einen Wert, der nicht einfach so ersetzt werden kann", teilt Kerstin Ciesla mit. Der Erhalt der grünen Freiflächen, der Wälder in den Stadtteilen, der Gewässer und ihrer Ufer ist eine der größten Herausforderungen der Stadtentwicklung. Sie ist unabdingbar für die Lebensqualität und unser Wohlbefinden. Gerade in den letzten Tagen wurden Temperaturen erreicht, die für Menschen mit Vorerkrankungen gesundheitlich sehr bedenklich waren. All diejenigen mit einem großen Baum vor dem Fenster waren froh über die bis zu 5 Grad geringere Temperatur in der Wohnung.

Zum Erhalt der Bäume muss auch das Wassermanagement neugestaltet werden. „Um Bäume und Grünanlagen zu wässern, kann nicht immerfort teuer und aufwendig aufbereitetes Trinkwasser verwendet werden“, mahnt Ciesla. „Wo es geht, müssen versiegelte Flächen renaturiert werden, um Regen besser aufzunehmen und zu speichern. In den Stadteilen in denen am Dienstag die Starkregenfälle waren, ist das meiste Wasser in die Kanalisation abgeflossen. Die bestehenden Baumscheiben müssen vergrößert werden, damit Wasser überhaupt gespeichert werden kann. Warum gönnen wir unseren Bäumen weniger Platz als jedem einzelnen PKW-Parkplatz?“, fragt Ciesla vom BUND.

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