BUND Kreisgruppe Duisburg

Wasserentnahme Wambachsee

In der vergangenen Woche wurde vom THW auf Veranlassung von Duisburg Sport Wasser vom Wambachsee in Duisburg in die Regattabahn gepumpt. Grundlage war eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde in Duisburg. Laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung handelte es sich um 70.000 m³ zwischen dem 26.8. und 31.8.2020. Die Untere Wasserbehörde war während der Maßnahme vor Ort.

Der Wasserspiegel des Wambachsees hat in den vergangenen Trockenjahren mehrfach Tiefstwasserstände erreicht, da er überwiegend aus dem Grundwasser (und Niederschlagswasser) gespeist wird. Er steht darüber hinaus mit den übrigen Seen der Sechs-Seen-Platte über Rohrleitungen in Verbindung. Von 2009 bis 2015 erreichte der Wasserspiegel in den Sommer-/Herbstmonaten Tiefstwerte von 32,20 m NN. In den trockenen Sommern danach 32,0 m NN.

Gemäß Äußerungen der Stadtverwaltung in der Beiratssitzung der UNB war Gegenstand der wasserrechtlichen Erlaubnis die Einhaltung eines Mindestwasserstandes von 32,20 m NN (Niedrigwasserwert in Normaljahren), d.h. darunter hätte nicht abgesenkt werden dürfen.

Gemäß Pressemitteilung der Stadtverwaltung wurde am 01.09. ein Wasserstand von 31,81 m NN durch die Absenkung verursacht. Das heißt der See wurde um fast 40 cm stärker abgesenkt als erlaubt und das vor dem Hintergrund, dass die natürliche Schwankungsbreite im Jahresverlauf nur 60 cm beträgt. Dies steht im Widerspruch zur wasserrechtlichen Erlaubnis.

 

Aus Sicht des BUND Duisburg widerspricht die durch die Stadt Duisburg veranlasste Maßnahme außerdem dem Verschlechterungsverbot der Wasserrahmenrichtlinie.

Da dieser Rechtsbruch offensichtlich mit Duldung der Unteren Wasserbehörde der Stadt Duisburg stattfand, wenden wir uns hiermit an die Aufsichtsbehörde und erstatten Anzeige gegen den Veranlasser der Maßnahme Duisburg Sport bzw. das THW als durchführende Institution und die Untere Wasserbehörde.

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