Streuobstwiesen bestehen aus locker verstreut stehenden (mittel- bis) hochstämmigen Obstbäumen unterschiedlichen Alters und verschiedener Arten, die im Unterwuchs als Mähwiese oder -weide genutzt werden. Nach dem §42 Landesnaturschutzgesetz NRW sind Streuobstwiesen gesetzlich geschützte Biotope.

Durch die Strukturvielfalt, die sich aus der Kombination von Grünland und Gehölzen ergibt, sind Streuobstwiesen für viele Tierarten wichtige Lebensräume. Durch das Unterlassen intensiver Bewirtschaftungsmaßnahmen (Verzicht auf Pestizide, weniger häufige Mahd, Belassen von Totholz und höhlenreichen Altbäumen) bieten Streuobstwiesen einer sehr großen Zahl von Tier- und Pflanzenarten ideale Lebensbedingungen. In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. 

Auf einer Streuobstwiese können bis zu 3.000 Tier- und Pflanzenarten leben. Den größten Anteil machen Käfer, Wespen, Bienen und Hummeln aus. Für viele Tiere stellen Streuobstwiesen wichtige Ersatzbiotope und letzte Rückzugsgebiete dar. Dort leben viele Vogelarten, Kleinsäugetiere, mehrere Fledermausarten sowie zahlreiche Schmetterlings- und Hautflüglerarten. Sie sind hervorragende Bienenweiden. In Obstbäumen bilden sich oft natürliche Höhlen, in Kombination mit dem Insektenreichtum, der für ein großes Nahrungsangebot sorgt, eine ideale Wohnstätte für Tiere.

Besonders wichtig ist die Pflege der Obstbäume. In den ersten Jahren wird ein jährlicher Erziehungsschnitt durchgeführt, um ein stabiles Kronengerüst zu entwickeln. Später reicht es, den Baum regelmäßig auszulichten. 

Die zukünftige Pflege des Geländes besteht aus einer Mahd der Wiese einmal im Jahr und dem Schnitt der Obstbäume im Winter.