BUND Kreisgruppe Duisburg

Flächenfraß

>>Wird sich Ihre Partei, unabhängig von der Volksinitiative Artenschutz, für diese Forderung einsetzen und die bauleitplanerischen Grundlagen dafür schaffen, um den Flächenverbrauch in Duisburg bis 2035 schrittweise auf Null senken?

Partei CDU SPD LINKE GRÜNE
Ja     x x
Nein        
keine eindeutige Positionierung x x    

Begründungen der Positionierungen:

CDU:

Selbstverständlich wollen wir so wenig wie möglich an Fläche verbrauchen und verdichten. Wir benötigen Freiflächen und Natur zur Erholung, fürs Klima, ja zum Leben. Daher setzen wir uns auch stets für die Umnutzung bestehender Flächen und die Reaktivierung brachliegender Flächen ein, bevor neue erschlossen werden. In einer Stadt wie Duisburg gilt es jedoch auch die Umweltinteressen und die wirtschaftlichen Interessen abzuwägen. Dann ist es manchmal auch notwendig neue Flächen zu erschließen, sei es für Gewerbe oder Wohnen. Auf der anderen Seite werden aber auch alte Industrieflächen wieder der Natur zurückgegeben. Den Flächenverbrauch auf Null zu reduzieren klingt grundsätzlich erstrebenswert, ist aber in einer unterschiedlich wachsenden Stadt wie Duisburg mit einem festen Datum nicht zu vereinbaren. Klar ist, die Flächenressourcen sind begrenzt, daher muss ein gesundes Augenmaß eingehalten werden. Werden neue Flächen an einer Stelle in der Stadt benötigt, muss an anderer Stelle wieder Fläche freigesetzt werden. Stets muss bei den Projekten die Verträglichkeit und der Einfluss auf das Mikroklima berücksichtigt werden.

GRÜNE:

Durch die zunehmenden Versiegelungen von Freiflächen im Stadtgebiet, werden die heute schon spürbaren Folgen der Klimakrise weiter verschärft. Wir wollen keine weiteren naturnahen Flächen mehr für Bauprojekte opfern und endlich das Null-Hektar-Ziel in Duisburg durchsetzen. Dabei wollen wir nur so viel Fläche nutzen, wie wir der Natur auch zurückgeben können. Unvermeidbare Baumaßnahmen sind unverzüglich auszugleichen. Gleichzeitig wollen wir die Entwicklung und auch Renaturierung von Alt- und Brachflächen intensivieren, um Freiflächen besser vor Bebauung schützen zu können.

LINKE:

Wir haben uns in der Vergangenheit dafür eingesetzt und werden dies auch in Zukunft weiterhin tun. Wir haben immer deutlich gemacht, dass die Stadt Duisburg Flächenrecycling auf bestehenden Industriebrachen umsetzen muss. Neue Gewerbegebiete dürfen nicht in Natur-, Frei- oder Grünflächen entstehen. Bestehende Flächen müssen wieder in Stand gesetzt werden, um die Umwelt nicht weiter zu belasten.

SPD:

Für uns ist es wichtig, einen ausgewogenen Kompromiss zwischen neuer Wohnbebauung und neuen Gewerbeflächen einerseits und Grün- und Freizeitraum andererseits zu schaffen. Neue Wohnbauprojekte sind aus unserer Sicht dringend erforderlich, um der stetig sinkenden Einwohnerzahl Duisburgs entgegenzuwirken. Aus unserer Sicht wird attraktiver Wohnraum zu einer Einwohnerförderung beitragen, die die Stadt benötigt, um auch zukünftig Perspektiven zu bieten.

Für den Industrie- und Logistikstandort Duisburg ist jedoch auch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen von entscheidender Bedeutung. Nur so können aus unserer Sicht Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden. Vorrang hat immer die Innenentwicklung und das Flächenrecycling, wie es zum Beispiel in Wedau mit vornehmlich alten Bahn-Brachflächen oder bei vielen Gewerbeentwicklungen („Friedrich-Park“) geschieht.

 

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